Polysorbat 80, auch bekannt als Tween 80 oder unter der E-Nummer E 433, gehört zu den synthetischen Emulgatoren, die in vielen Lebensmitteln und Kosmetika eingesetzt werden. Chemisch betrachtet handelt es sich um ein Gemisch aus Partialestern von Fettsäuren, hauptsächlich Ölsäure, die mit Sorbitol verestert und zusätzlich mit Ethylenoxid verändert wurden.
Das Ergebnis ist eine ölige, meist leicht gelbliche Flüssigkeit, die dafür sorgt, dass Fett und Wasser eine stabile Verbindung eingehen. Diese Eigenschaft macht Polysorbat 80 für die Industrie besonders wertvoll, denn ohne Emulgatoren würden viele Produkte schnell ihre cremige oder luftige Konsistenz verlieren.
Einsatz in Lebensmitteln, Kosmetik und Medizin
In der Lebensmittelwelt begegnet man Polysorbat 80 vor allem in Speiseeis, Desserts oder Fertigprodukten. Dort verhindert der Zusatzstoff beispielsweise, dass sich Fetttröpfchen absetzen, und er sorgt dafür, dass Eis besonders cremig bleibt, selbst nach längerer Lagerung. Auch in Konserven oder Backwaren kommt er zum Einsatz, wenn es darum geht, Textur und Haltbarkeit zu verbessern.
Doch Polysorbat 80 beschränkt sich nicht allein auf Lebensmittel. In Kosmetika wird er genutzt, um Cremes und Lotionen stabil zu halten, während er in Arzneimitteln als Hilfsstoff dient, um schwer lösliche Wirkstoffe besser verfügbar zu machen. Sogar bei Impfstoffen kann er eine Rolle spielen, da er dabei hilft, die enthaltenen Bestandteile in Lösung zu halten.

Wie wird Polysorbat 80 hergestellt?
Die Herstellung von Polysorbat 80 ist ein mehrstufiger Prozess, bei dem natürliche und synthetische Schritte miteinander kombiniert werden. Ausgangsstoff ist meist Sorbitol, ein Zuckeralkohol, der aus pflanzlichen Rohstoffen wie Mais oder Weizen gewonnen wird.
Zunächst wird Sorbitol zu Sorbitan entwässert, das anschließend mit Ölsäure verestert wird. Auf diese Weise entsteht Sorbitanmonooleat. In einem weiteren Schritt wird dieser Grundstoff mit Ethylenoxid behandelt. Dabei lagern sich rund 20 Ethylenoxid-Einheiten pro Molekül an, was dem Zusatzstoff seine besonderen emulgierenden Eigenschaften verleiht.
Das Ergebnis ist ein Stoff, der sowohl einen fettliebenden (lipophilen) Teil als auch einen wasserliebenden (hydrophilen) Teil besitzt. Genau diese Doppelstruktur macht Polysorbat 80 zu einem idealen Emulgator, weil er zwischen Öl und Wasser vermittelt und beide dauerhaft miteinander verbindet. Ohne diesen chemischen Kniff wäre es nicht möglich, so stabile Emulsionen herzustellen, wie sie die Industrie benötigt.
Ein kleiner Blick in die Geschichte
Polysorbat 80 ist kein neuer Zusatzstoff. Erste Varianten wurden bereits in den 1930er-Jahren entwickelt, als die Lebensmittelindustrie nach Möglichkeiten suchte, Produkte länger haltbar und gleichzeitig ansprechender in der Konsistenz zu machen.
Besonders nach dem Zweiten Weltkrieg, in einer Zeit, in der Fertigprodukte zunehmend an Bedeutung gewannen, setzte sich der Emulgator schnell durch. Mit ihm ließ sich Speiseeis cremiger machen, Backwaren bekamen eine gleichmäßigere Textur, und auch in der Kosmetik- und Pharmaindustrie entdeckte man seine Vorteile.
Heute gehört Polysorbat 80 zu den weltweit am häufigsten eingesetzten Emulgatoren.

In welchen Lebensmitteln findet man Polysorbat 80?
Polysorbat 80 wird vor allem dort eingesetzt, wo Lebensmittel eine bestimmte Konsistenz, Stabilität oder ein cremiges Mundgefühl behalten sollen. Besonders typisch ist der Zusatzstoff in stark verarbeiteten Produkten, die lange haltbar sein müssen oder deren Textur auch nach Lagerung gleichbleiben soll.
Häufig findet man Polysorbat 80 in:
- Speiseeis und Desserts: sorgt dafür, dass Luftblasen stabil bleiben und die Masse cremig wirkt
- Schlagsahne-Ersatz und Cremes: verhindert das Zusammenfallen und stabilisiert die Struktur
- Backwaren: hält Teige locker und verbessert die Frischhaltung
- Saucen und Dressings: bindet Öl und Wasser, sodass sich die Zutaten nicht trennen
- Fertiggerichten und Konserven: stabilisiert die Textur, verbessert das Mundgefühl und verlängert die Haltbarkeit
Damit wird deutlich: Polysorbat 80 ist kein Zusatzstoff, den man in frischen oder naturbelassenen Lebensmitteln findet, sondern fast ausschließlich in industriell verarbeiteten Produkten.

Sicherheit und mögliche Risiken
Auf den ersten Blick klingt Polysorbat 80 nach einem nützlichen Alleskönner, doch wie so oft lohnt sich ein genauerer Blick. Polysorbat 80 gilt in der EU als zugelassen und wird streng überwacht, insbesondere wenn er in Medikamenten eingesetzt wird.
Trotzdem gibt es Kritikpunkte. Einige Studien deuten darauf hin, dass Emulgatoren wie Polysorbat 80 die Zusammensetzung der Darmflora beeinflussen können. Bei Mäusen wurde beobachtet, dass die Schleimschicht der Darmschleimhaut dünner wird, was Entzündungen begünstigen könnte. Ob diese Effekte jedoch in gleichem Maße auch beim Menschen auftreten, ist bislang nicht eindeutig belegt.
Darüber hinaus können in seltenen Fällen Überempfindlichkeitsreaktionen auftreten, etwa Hautirritationen oder allergische Reaktionen, besonders wenn große Mengen über verschiedene Produkte aufgenommen werden.
Ein weiteres Thema ist die Reinheit des Zusatzstoffs. Wie bei allen synthetischen Hilfsstoffen können Nebenprodukte entstehen, die unerwünscht sind, etwa Peroxide. Deshalb gibt es genaue Vorschriften, die sicherstellen sollen, dass nur Polysorbat 80 mit hohem Reinheitsgrad in Umlauf kommt. Trotzdem bleibt bei vielen Verbraucherinnen und Verbrauchern ein gewisses Unbehagen, da der Stoff eben nicht „natürlich“ ist, sondern industriell hergestellt wird.
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Quellen:
Kuchen mit Sahneersatz: Pixabay, pixel1, #671042
Baguette: Pixabay, Couleur, #1378049
Saucen: Pixabay, armennano, #4834436
Backwaren: Pixabay, Hans, #200423
Schmidt, C. (2015) „Colitis: Konservierungsmittel schädigen Schleimbarriere im Darm“, Deutsches Ärzteblatt, 2. März. Verfügbar unter: https://www.aerzteblatt.de/news/61960/Colitis (Zugriff: 22. September 2025).
Viennois, E. et al. (2016) „Emulgatoren begünstigen Wachstum von Darmtumoren bei Mäusen“, Science Media Center Germany, 7. November. Verfügbar unter: https://www.sciencemediacenter.de/angebote/emulgatoren (Zugriff: 22. September 2025).
RP Online (o. J.) „Darmentzündung zum Frühstück“, RP Online – Leben / Gesundheit / Ernährung. Verfügbar unter: https://rp-online.de/leben/gesundheit/ernaehrung/darmentzuendung (Zugriff: 22. September 2025).
Pharmazeutische Zeitung (2015) „Tierstudie: Emulgatoren fördern Entzündungen im Darm“, Pharmazeutische Zeitung, März. Verfügbar unter: https://www.pharmazeutische-zeitung.de/2015-03/tierstudie (Zugriff: 22. September 2025).