Brillantschwarz in Lakritz

E 151, auch bekannt als Brillantschwarz, ist ein synthetischer Farbstoff, der Lebensmitteln eine tiefschwarze bis dunkelblaue Farbe verleiht. Er wird vor allem eingesetzt, um Produkte optisch aufzuwerten oder eine gleichmäßige, intensive Färbung zu erzielen (DLG, 2017). Doch wie wird Brillantschwarz hergestellt, wo kommt es vor und wie kritisch ist der Zusatzstoff zu bewerten?

Was ist E 151 Brillantschwarz?

Brillantschwarz ist ein künstlich hergestellter Azofarbstoff (Verbraucherzentrale Hamburg, 2024). Azofarbstoffe sind synthetische Farbmittel, die chemisch erzeugt werden und in der Natur nicht vorkommen (Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, 2022). Sie sind besonders farbintensiv, hitzestabil und lange haltbar. Genau deshalb werden sie in der Lebensmittelindustrie gerne eingesetzt.

Der Farbstoff ist wasserlöslich und sorgt für eine sehr dunkle, fast schwarze Färbung. Er hat keinen Eigengeschmack und dient ausschließlich der Optik (DLG, 2017).

In welchen Lebensmitteln kommt Brillantschwarz vor?

E 151 wird vor allem in stark verarbeiteten Lebensmitteln eingesetzt. Dazu gehören unter anderem:

  • Süßwaren wie Lakritz, Gummibonbons oder Gelees (Verbraucherzentrale Hamburg, 2024)
  • Kaviarersatz (Alles zur Allergologie, 2015)
  • Käsewachsüberzug (Chemie Lexikon, o. J.)
  • Saucen (Chemie Lexikon, o. J.)

Besonders häufig findet man Brillantschwarz in Produkten, die von Natur aus keine schwarze Farbe haben, aber dennoch so aussehen sollen.

Wie wird E 151 hergestellt?

E 151 Brillantschwarz wird vollständig synthetisch hergestellt und gehört zur Gruppe der sogenannten Azofarbstoffe. Als Ausgangsstoffe dienen petrochemische Rohstoffe, die in mehreren chemischen Reaktionsschritten weiterverarbeitet werden. Dabei entstehen charakteristische Azogruppen, die für die intensive und stabile Farbwirkung verantwortlich sind.

Der Herstellungsprozess erfolgt unter kontrollierten Bedingungen. Ziel ist es, einen Farbstoff zu erzeugen, der besonders farbintensiv, hitzestabil und lange haltbar ist. Genau diese Eigenschaften machen Brillantschwarz für die Lebensmittelindustrie technisch attraktiv.

Brillantschwarz

Ist E 151 gesundheitlich unbedenklich?

E 151 ist in der Europäischen Union als Lebensmittelzusatzstoff zugelassen, allerdings nur bis zu klar festgelegten Höchstmengen (EFSA 2010). Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit bewertet den Farbstoff innerhalb dieser Grenzen als grundsätzlich sicher. Dennoch steht Brillantschwarz seit Jahren in der Kritik, da er keinen ernährungsphysiologischen Nutzen hat und ausschließlich der optischen Gestaltung dient.

Mögliche Nachteile von Brillantschwarz:

  • Kann bei empfindlichen Personen pseudoallergische Reaktionen wie Hautreaktionen oder Magen Darm Beschwerden auslösen (Verbraucherzentrale Hamburg, 2024; Alles zur Allergologie, 2015)
  • Steht im Zusammenhang mit Studien zu künstlichen Farbstoffen im Verdacht, bei Kindern Hyperaktivität oder Unruhe zu begünstigen, insbesondere in Kombination mit anderen Zusatzstoffen (Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, 2022)
  • Kann bei Asthmatikern oder Menschen mit Salicylat Unverträglichkeit Beschwerden verstärken (Verbraucherzentrale Hamburg, 2024)

Aufgrund dieser möglichen Effekte ist E 151 in einigen Ländern außerhalb der EU eingeschränkt oder gar nicht zugelassen, etwa in den USA (FDA, 2026). Auch deshalb raten viele Ernährungsexperten dazu, den Konsum von Lebensmitteln mit synthetischen Farbstoffen möglichst gering zu halten.

Warum wird Brillantschwarz trotzdem verwendet?

Der Hauptgrund ist die Optik. Brillantschwarz sorgt für eine gleichmäßige, intensive Farbe, die mit natürlichen Alternativen nur schwer zu erreichen ist. Zudem ist der Farbstoff günstig, stabil und leicht zu verarbeiten. Für Hersteller ist das praktisch. Für Verbraucher bringt es jedoch keinen ernährungsphysiologischen Mehrwert.

Brillantschwarz

Gibt es Alternativen zu E 151?

Ja. Für eine dunkle Färbung können auch natürliche Zutaten eingesetzt werden, zum Beispiel:

  • Pflanzenkohle
  • Kakao
  • Johannisbrot
  • Schwarze Karotten oder Beerenextrakte

Diese Alternativen sind zwar teurer und weniger farbstabil, kommen dafür ohne synthetische Farbstoffe aus.

Fazit: E 151 kritisch hinterfragen

E 151 Brillantschwarz ist ein rein technischer Zusatzstoff, der Lebensmitteln Farbe verleiht, aber keinen Nutzen für den Körper hat. Er stammt aus industrieller Herstellung, kommt vor allem in stark verarbeiteten Produkten vor und steht gesundheitlich immer wieder in der Kritik.

Wer Wert auf eine natürliche, ehrliche Ernährung legt, sollte Produkte mit Brillantschwarz möglichst meiden und stattdessen auf Lebensmittel setzen, deren Farbe aus echten Zutaten stammt. Denn gutes Essen braucht keine künstlichen Farben, um gut auszusehen.

Häufige Fragen zu Azofarbstoffen und Brillantschwarz

In welchen Süßigkeiten sind Azofarbstoffe?

Azofarbstoffe finden sich vor allem in bunt gefärbten Süßigkeiten wie Gummibärchen, Fruchtgummi, Kaubonbons, Lutschern, Lakritz und Brauseprodukten.

Was ist Farbstoff E 151?

Farbstoff E 151 ist ein synthetischer schwarzer Azofarbstoff, der Lebensmitteln eine dunkle bis schwarze Farbe verleiht und technisch hergestellt wird.

Welche Farbstoffe sind bedenklich?

Als bedenklich gelten vor allem synthetische Farbstoffe wie Azofarbstoffe, zum Beispiel E 102, E 110, E 122, E 124, E 129 und E 151, da sie im Verdacht stehen, Unverträglichkeiten und andere unerwünschte Effekte zu begünstigen.

Welche Farbstoffe können Allergien auslösen?

Allergien oder Unverträglichkeiten können vor allem durch bestimmte Azofarbstoffe ausgelöst werden, zum Beispiel E 102, E 110, E 122, E 124 und E 151, sowie durch den Farbstoff Karmin E 120.

Welche Farbstoffe können Allergien auslösen?

Allergien oder Unverträglichkeiten können vor allem durch bestimmte Azofarbstoffe ausgelöst werden, zum Beispiel E 102, E 110, E 122, E 124 und E 151, sowie durch den Farbstoff Karmin E 120.

Quellen:

Alles zur Allergologie (2015): Brillantschwarz BN. Verfügbar unter: https://www.alles-zur-allergologie.de/Allergologie/Artikel/5410/Allergen,Allergie/Brillantschwarz%20BN/ (Abgerufen am 07.01.2026).

Verbraucherzentrale Hamburg (2024): Farbstoffe in Lebensmitteln – das wird uns zu bunt! Verfügbar unter: https://www.vzhh.de/themen/lebensmittel-ernaehrung/zusatzstoffe-e-nummern/farbstoffe-lebensmitteln-das-wird-uns-zu-bunt (abgerufen am 09.01.2026).

DLG (2017): Farben und ihre Einflüsse auf die sensorische Produktwahrnehmung. Verfügbar unter: https://www.dlg.org/mediacenter/alle-publikationen/dlg-expertenwissen/lebensmittelsensorik/dlg-expertenwissen-03-2017-farben-und-ihre-einfluesse-auf-die-sensorische-produktwahrnehmung (abgerufen am 09.01.2026).

EFSA (2010): EFSA veröffentlicht Sicherheitsbewertungen für drei Lebensmittelfarbstoffe. Verfügbar unter: https://www.efsa.europa.eu/de/press/news/ans100421 (abgerufen am 09.01.2026).

FDA. (2026). 21 CFR 73 – Color Additives for Food Use (Code of Federal Regulations, Title 21, Chapter I, Subchapter B, Part 73). U.S. Government Publishing Office. Verfügbar unter: https://www.ecfr.gov/current/title-21/chapter-I/subchapter-B/part-73 (abgerufen am 09.01.2026).

Chemie Lexikon (o. J.): Brillantschwarz BN. Verfügbar unter: https://www.chemie.de/lexikon/Brillantschwarz_BN.html (abgerufen am 09.01.2026).

Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (2022): Azofarbstoffe. Verfügbar unter: https://www.lgl.bayern.de/lebensmittel/warengruppen/wc_57_zusatzstoffe/et_azofarbstoffe.htm (Abgerufen am 09.01.2026)

Bildquellen:

Konfekt: Pixabay, Tabble, #69436
Gefülltes Lakritz: Pixabay, Marys_fotos, #3130551
Kaviar: Pixabay, Miroslavik, #2315835
Lakritzschnecken: Pixabay, nataliaaggiato, #473792

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Mit akademischen Hintergrund und umfangreicher Erfahrung im wissenschaftlichen Arbeiten bringe ich eine analytische Denkweise und eine Leidenschaft für gründliche Recherche mit. Mein Ziel ist es, präzise und verständliche Informationen über Zusatzstoffe und ihre Auswirkungen auf unsere Ernährung bereitzustellen. So möchte ich dazu beitragen, dass unsere Leser fundierte Entscheidungen treffen und ein tieferes Verständnis für die Inhaltsstoffe ihrer Lebensmittel entwickeln.

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