Dulcin gehört zu den Süßstoffen, die heute kaum noch bekannt sind. Dabei wurde er früher gezielt eingesetzt, um Lebensmitteln eine intensive Süße zu verleihen.
Heute spielt er jedoch längst keine Rolle mehr (vgl. Goldsmith, 1986).
Was ist Dulcin?
Es handelt sich um einen künstlich hergestellten Süßstoff. Chemisch gehört er zu den sogenannten aromatischen Verbindungen.
Er hat eine deutlich stärkere Süßkraft als Zucker (vgl. Thieme (o. J.). Schon kleine Mengen reichen aus, um einen süßen Geschmack zu erzeugen. Gerade diese Eigenschaft machte ihn früher für die Lebensmittelherstellung interessant.
Wo wurde der Süßstoff eingesetzt?
Er wurde vor allem in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts verwendet, unter anderem in:
- Süßwaren
- Getränken
- Desserts
Er diente als günstige Alternative zu Zucker und anderen Süßstoffen (vgl. Universität Wien, 2011).

Warum überhaupt ein Süßstoff anstelle von Zucker?
In Kriegs- und Nachkriegszeiten spielte Zuckerknappheit tatsächlich eine wichtige Rolle für den Einsatz von Süßstoffen (vgl. SpringerNature, 1921). Zucker war oft rationiert, teuer oder schwer verfügbar, sodass nach Alternativen gesucht wurde (vgl. Spektrum 2024).
Künstliche Süßstoffe boten hier einen entscheidenden Vorteil: Sie waren um ein Vielfaches süßer als Zucker und konnten deshalb in sehr kleinen Mengen eingesetzt werden. Genau das machte sie in Zeiten knapper Ressourcen besonders attraktiv (vgl. Universität Wien, 2011).
Warum ist Dulcin verboten?
Der Süßstoff wurde im Laufe der Zeit genauer untersucht. Dabei zeigten Tierversuche an Ratten Hinweise auf mögliche gesundheitliche Risiken, unter anderem im Zusammenhang mit Nierenschäden und einer möglichen krebserzeugenden Wirkung (vgl. Heise online, 2024; Goldsmith, 1986).
Daraufhin wurde der Süßstoff in den 1950er Jahren in Deutschland vom Markt genommen.
Gibt es Dulcin heute noch?
Nein. Ob Light Limonade oder Zero Nachspeise, Dulcin musst du darin nicht befürchten.
Fazit
Dulcin ist ein Süßstoff, der früher eingesetzt wurde, heute aber keine Rolle mehr spielt. Aufgrund von Sicherheitsbedenken wurde er bereits Mitte des 20. Jahrhunderts vom Markt genommen.
Quellen:
Goldsmith, Robert (1986): Dulcin. A Centennial Perspective. Verfügbar unter: http://electronicsandbooks.com/edt/manual/Magazine/J/Journal%20of%20Forensic%20Sciences/1986/Volume%2031,%20Issue%201%20(January%201986)/jfs311860333.pdf. Abgerufen am 02.04.2026.
Thieme (o. J.): Dulcin. Verfügbar unter: https://roempp.thieme.de/lexicon/RD-04-02742. Abgerufen am 02.04.2026.
Heise online (2024): Zahlen, bitte! – Mit Chemie 500 mal süßer als Zucker: Saccharin. Verfügbar unter: https://www.heise.de/hintergrund/Zahlen-bitte-Mit-Chemie-500-mal-suesser-als-Zucker-Saccharin-9678729.html. Abgerufen am 02.04.2026.
SpringerNature (1921): Über den Süßstoff Dulcin seine Darstellung und Eigenschaften. Verfügbar unter: https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-642-99392-3. Abgerufen am 02.04.2026.
Spektrum (2024): Zuckerrationierung nach Weltkrieg ließ Kinder gesünder aufwachsen. Verfügbar unter https://www.spektrum.de/news/zuckerrationierung-nach-weltkrieg-liess-kinder-gesuender-aufwachsen/2247900. Abgerufen am 02.04.2026.
Universität Wien, Bauer Claudia (2011): Intensive Süßstoffe in Bezug auf Tumorentstehung. Verfügbar unter https://phaidra.univie.ac.at/detail/o:1272313.pdf. Abgerufen am 02.04.2026.
Bildquellen
Getränkekiste: Pixabay, Anemone123, #1893142
Dessercreme: Pixabay, BuffetColosseum, #2696759